Nachträgliche Bauwerksabdichtung in Sajtoskál

Komplexer Grundriss, einheitliche Injektionslösung

In Sajtoskál im Komitat Vas, unweit von Bük, führten wir die nachträgliche Abdichtung eines knapp 200 Quadratmeter großen Einfamilienhauses durch. Das Gebäude befindet sich in ausländischem Besitz und wird derzeit umfassend saniert.

Solche Renovierungen sehen wir in Westungarn immer häufiger. Ältere Gebäude, die ohne Sanierung langfristig an Substanz verlieren würden, bekommen auf diese Weise eine neue Zukunft. Gleichzeitig zeigt sich gerade bei solchen Häusern, wie wichtig es ist, die vorhandene Bausubstanz genau zu verstehen, bevor eine Abdichtungsmethode gewählt wird.

Warum war die nachträgliche Abdichtung bei diesem Haus besonders anspruchsvoll?

Vor Beginn unserer Arbeiten war der komplette alte Fußbodenaufbau bereits entfernt worden. Anschließend wurde ein neuer Bodenaufbau vorbereitet:

  • Unterbeton,
  • Bitumenbahn als Abdichtung,
  • Wärmedämmung,
  • abschließende Betonschicht.

Die eigentliche Herausforderung lag jedoch in der Gebäudestruktur.

Das Haus wurde im Laufe der Jahrzehnte mehrfach erweitert und umgebaut. Dadurch trafen wir auf mindestens drei verschiedene Mauerwerksarten, unterschiedliche Wandstärken und insgesamt vier verschiedene Fußbodenniveaus.

Zwischen einzelnen Räumen befinden sich sogar Stufen. Eine durchgehend auf gleicher Höhe ausgeführte mechanische Abdichtung mit Edelstahlblechen wäre dadurch nur schwer sinnvoll umsetzbar gewesen.

Obwohl wir die mechanische Horizontalsperre grundsätzlich gerne einsetzen, war in diesem Fall die Injektionsabdichtung die einheitlichere und technisch sinnvollere Lösung.

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Wie wurde die Injektion an die unterschiedlichen Fußbodenniveaus angepasst?

Bei den Wänden zwischen Räumen mit unterschiedlicher Bodenhöhe mussten wir die Injektionsbohrungen entsprechend anpassen.

Von der höher gelegenen Seite bohrten wir schräg nach unten, von der tiefer gelegenen Raumseite dagegen horizontal in das Mauerwerk.

Auf diese Weise konnte die Injektionsebene innerhalb der Wand den unterschiedlichen Fußbodenniveaus folgen. So entstand trotz der versetzten Raumhöhen eine zusammenhängende horizontale Abdichtungsebene.

Gerade bei älteren, mehrfach umgebauten Gebäuden zeigt sich hier, warum wir nicht von einer bestimmten Technologie ausgehen. Entscheidend ist zunächst die Frage, wie das Gebäude tatsächlich aufgebaut ist und auf welchem Weg Feuchtigkeit in die Konstruktion gelangen kann.

Warum wurde vor der Injektion ein Putzstreifen hergestellt?

Auf den Fotos ist zu erkennen, dass oberhalb des Unterbetons bereits vor unserer Injektionsarbeit ein etwa 20 Zentimeter hoher Putzstreifen an den unteren Wandbereichen angebracht wurde. Das hatten wir bewusst so mit dem ausführenden Unternehmen abgestimmt.

Der Putzstreifen hatte zwei Funktionen. Zum einen konnten die Bohrpunkte auf einer gleichmäßigen, ebenen Oberfläche wesentlich genauer angeordnet werden.

Noch wichtiger war jedoch ein anderer Punkt: Das Injektionsmittel sollte nicht nur das eigentliche Mauerwerk, sondern auch die spätere Putzschicht im Bereich der Abdichtungsebene erfassen.

Würde der Putz erst nachträglich aufgebracht, könnte eine mehrere Zentimeter starke Putzschicht unter ungünstigen Bedingungen eine Feuchtigkeitsbrücke an der horizontalen Sperre vorbei bilden.

Durch die vorherige Ausführung konnte auch der Putzstreifen mit dem verwendeten Ultracure-Injektionsmaterial durchtränkt werden. Mauerwerk und Putz bilden dadurch im Bereich der Injektion eine möglichst durchgängige Abdichtungsebene.

Warum braucht ein mehrfach umgebautes Haus eine individuelle Abdichtungslösung?

Diese Baustelle in Sajtoskál zeigt gut, dass bei älteren Häusern nicht allein die Wand selbst entscheidet.

Unterschiedliche Baustoffe, Wandstärken, Fußbodenniveaus und frühere Umbauten beeinflussen, wie eine nachträgliche Abdichtung sinnvoll ausgeführt werden kann.

Als erfahrenes Dr.-Fal-Team betrachten wir deshalb nicht nur die sichtbaren Feuchtigkeitsspuren. Wir beziehen Mauerwerk, Bodenaufbau, Höhenunterschiede und die weiteren Sanierungsschritte in unsere Überlegungen ein.

Erst aus diesem Gesamtbild ergibt sich die passende technische Lösung.

In Sajtoskál konnten wir auf diese Weise trotz der komplexen Gebäudestruktur eine einheitliche Injektionsabdichtung herstellen, die auf die vorhandenen Bauteile und den neuen Bodenaufbau abgestimmt ist.

Wenn auch bei einem älteren oder mehrfach umgebauten Gebäude Feuchtigkeitsprobleme auftreten, sollte deshalb zunächst geklärt werden, woher die Feuchtigkeit kommt und wie die einzelnen Bauteile zusammenspielen. Bei einer Vor-Ort-Besichtigung unterstützen wir Sie dabei, die Ursache einzugrenzen und eine geeignete Lösung zu finden.

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Häufig gestellte Fragen

Ist eine Injektionsabdichtung auch bei unterschiedlich hohen Fußböden möglich?

Ja. Die Bohrungen und die Injektionsebene können an unterschiedliche Fußbodenniveaus angepasst werden. Entscheidend ist, dass innerhalb des Mauerwerks eine möglichst durchgängige horizontale Sperre entsteht.

Warum muss bei alten Häusern der gesamte Wand- und Bodenaufbau berücksichtigt werden?

Bei älteren Gebäuden wurden häufig unterschiedliche Baustoffe verwendet oder Räume später angebaut und verändert. Dadurch können Wandstärken, Bodenhöhen und Abdichtungsebenen voneinander abweichen. Diese Zusammenhänge müssen vor der Wahl der Abdichtungsmethode berücksichtigt werden.

Wann ist eine Injektionsabdichtung sinnvoller als eine mechanische Horizontalsperre?

Das hängt von Mauerwerk, Wandaufbau, Höhenverhältnissen und Zugänglichkeit ab. Bei komplexen Grundrissen oder stark unterschiedlichen Fußbodenniveaus kann eine Injektionslösung besser an die vorhandene Bausubstanz angepasst werden.