Injektion oder Horizontalabdichtung mit Stahlplatte? Um diese Frage sinnvoll zu beantworten, muss zuerst geklärt werden, wodurch die Feuchtigkeit entsteht, wie das Mauerwerk aufgebaut ist und auf welchem Weg das Wasser in die Konstruktion gelangt.
Die beiden Verfahren sind keine allgemein austauschbaren Alternativen. Je nach Mauerwerk, Wandaufbau und örtlicher Situation kann die eine oder die andere Methode sinnvoll sein. Ziel der Vor-Ort-Beurteilung ist daher nicht, die „bessere“ Technik auszuwählen, sondern die passende und dauerhaft sinnvolle Lösung für das jeweilige Gebäude zu finden.
Wann eignet sich eine Horizontalabdichtung mit Stahlplatte?
Eine wichtige Voraussetzung für die Stahlplattenabdichtung ist eine geeignete waagerechte Mörtelfuge, durch die die Stahlplatte über die gesamte Wandstärke eingebracht werden kann.
Bei Ziegelmauerwerk ist diese Voraussetzung häufig gegeben. Trotzdem reicht die Art des Mauerwerks allein für die Entscheidung nicht aus. Entscheidend sind auch der Verlauf der Fuge, der Zustand des Mörtels, die Wandstärke und die Zugänglichkeit.
Auch bei Mauerwerk aus bearbeitetem Naturstein kann eine Stahlplattenabdichtung möglich sein, wenn zwischen den Steinen eine gerade, durchgehende Fuge über die gesamte Wandstärke vorhanden ist.
Bei Stampflehmwänden oder anderen massiven Lehmwänden kann das Verfahren ebenfalls eingesetzt werden, sofern Aufbau und Zustand der Konstruktion das sichere Einbringen der Stahlplatten ermöglichen.
Bei älteren Gebäuden findet man teilweise noch frühere Abdichtungen aus Teerpappe oder ähnlichen Materialien. Ist diese Schicht noch erkennbar und verläuft sie in einer geeigneten Ebene, kann sie unter Umständen als Orientierung für die neue horizontale Abdichtung dienen.
Auch die Beschaffenheit des Mörtels spielt eine Rolle. Ist die Fuge sehr hart oder dagegen stark brüchig und instabil, kann dies das Einbringen der Stahlplatten erschweren oder verhindern.
Wenn Aufbau oder Zustand des Mauerwerks, der Fugenverlauf oder die Zugänglichkeit das Einbringen einer Stahlplatte nicht sicher zulassen, kann eine andere Lösung – zum Beispiel eine Injektionsabdichtung – sinnvoll sein.
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MEHR ERFAHRENWann kann eine Injektionsabdichtung die passende Lösung sein?
Eine chemische Injektion kann bei vielen unterschiedlichen Mauerwerksarten eingesetzt werden – beispielsweise bei Naturstein, Ziegel, Lehm, Stampflehm, Flechtwerk mit Lehmbewurf, Hohl- und Vollziegeln sowie Beton. Voraussetzung ist jedoch, dass das Mauerwerk ausreichend bohrbar und nicht zu stark brüchig oder instabil ist.
Bei der Injektion werden Bohrlöcher in das Mauerwerk eingebracht und mit einem speziellen Injektionsmittel verfüllt. Dieses verteilt sich in den Poren und Kapillaren des Baustoffs und bildet dort eine wasserabweisende beziehungsweise wasserhemmende horizontale Sperrzone. Dadurch wird der kapillare Aufstieg von Feuchtigkeit unterbrochen.
Wie gut sich das Injektionsmittel verteilen kann, hängt wesentlich von der Poren- und Kapillarstruktur des jeweiligen Baustoffs ab. Deshalb reagiert nicht jedes Mauerwerk gleich auf dieses Verfahren.
Sehr harte und dicht strukturierte Gesteine wie Granit oder Basalt sind schwer zu bohren und besitzen eine weitgehend geschlossene Kapillarstruktur. Auch bei bestimmten dicht aufgebauten Kalksteinen kann die Injektion nur eingeschränkt möglich sein.
In solchen Fällen kann ein anderes Abdichtungsverfahren, beispielsweise ein Mauersägeverfahren mit Diamantseil, die geeignete Lösung darstellen.
Welche weiteren Faktoren beeinflussen die Wahl der Methode?
Für die Wahl des geeigneten Verfahrens ist nicht nur entscheidend, aus welchem Material die Wand besteht.
Ein wichtiger Faktor ist die Zugänglichkeit. Für die Stahlplattenabdichtung müssen Maschinen und Arbeitsgeräte ausreichend Platz haben. Befindet sich eine Wand direkt an der Grundstücksgrenze, an einem Zaun oder unmittelbar neben einem anderen Gebäude, kann die Arbeit von außen erschwert oder unmöglich sein.
Dann muss geprüft werden, ob die Abdichtung von innen ausgeführt werden kann oder ein anderes Verfahren sinnvoller ist.
Für die Arbeiten wird in der Regel ein freier Arbeitsbereich von etwa 1,5 Metern benötigt. Der tatsächliche Platzbedarf hängt jedoch immer von der konkreten Situation vor Ort ab.
Für die Entscheidung spielen daher mehrere Faktoren zusammen: Wandstärke, Fugenverlauf, Zustand des Mauerwerks, vorhandene Abdichtungen, Zugänglichkeit und der aktuelle Sanierungszustand des Gebäudes. Erst in der Gesamtschau lässt sich beurteilen, welches Verfahren sinnvoll ist.
Manchmal ist eine Kombination beider Verfahren sinnvoll
Nicht jedes Gebäude lässt sich mit nur einer Methode sinnvoll abdichten. Wenn verschiedene Wandabschnitte unterschiedlich aufgebaut sind, kann es notwendig sein, in einem Bereich eine Stahlplattenabdichtung und in einem anderen eine Injektion einzusetzen.
Gerade bei älteren Gebäuden treffen häufig unterschiedliche Materialien, Wandstärken und Bauphasen aufeinander. Eine Kombination mehrerer Verfahren kann dann dafür sorgen, dass eine zusammenhängende und technisch sinnvolle Abdichtung entsteht.
Ein Beispiel dafür ist eine unserer Arbeiten in Celldömölk, bei der die Außenwände mit Stahlplatten abgedichtet wurden, während bei bestimmten Innenwänden eine Injektionsabdichtung die passende Lösung war.
Was ist besser: Injektion oder Stahlplattenabdichtung?
Es gibt keine Methode, die für jedes Gebäude grundsätzlich die bessere Wahl ist.
Eine Stahlplattenabdichtung bildet eine physische Sperrschicht und ist dort, wo das Mauerwerk dafür geeignet ist, eine sehr dauerhafte Lösung. Eine Injektion kann dagegen auch bei Wandaufbauten eingesetzt werden, bei denen keine geeignete Fuge vorhanden ist oder das Einbringen einer Stahlplatte aus baulichen Gründen nicht möglich ist.
Welche Methode sinnvoll ist, hängt deshalb immer von der Ursache der Feuchtigkeit, dem Aufbau des Mauerwerks und den örtlichen Gegebenheiten ab.
Sie sind nicht sicher, welche Abdichtungsmethode für Ihr Gebäude geeignet ist? Bei einer Vor-Ort-Besichtigung prüfen wir die mögliche Ursache der Feuchtigkeit, das Mauerwerk und die baulichen Gegebenheiten. Auf dieser Grundlage empfehlen wir die passende Lösung und führen die notwendigen Arbeiten fachgerecht aus.
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Was ist langlebiger: Injektion oder Stahlplattenabdichtung?
Die Stahlplattenabdichtung bildet eine physische Sperrschicht und ist dort, wo sie eingesetzt werden kann, eine sehr langlebige Lösung. Eine Injektion ist bei anderen Mauerwerksarten sinnvoll. Entscheidend ist daher nicht nur die Lebensdauer, sondern ob das jeweilige Verfahren zum Gebäude passt.
Kann man bei jedem Mauerwerk zwischen beiden Verfahren wählen?
Nein. Bei manchen Wandaufbauten ist nur eines der beiden Verfahren sinnvoll oder technisch möglich. In bestimmten Gebäuden kann auch eine Kombination beider Methoden erforderlich sein.
Wie wird entschieden, welches Verfahren geeignet ist?
Entscheidend sind Material und Aufbau des Mauerwerks, Fugenverlauf, Wandstärke, Zugänglichkeit und vor allem die Ursache der Feuchtigkeit. Die endgültige Empfehlung sollte daher nach einer Vor-Ort-Beurteilung erfolgen.

